Was verursacht Krebs?
Krebs entsteht, wenn sich Veränderungen in Genen ansammeln, die Zellwachstum und Zellteilung steuern. Manche entstehen bei der Zellteilung, andere hängen mit Belastungen oder Infektionen zusammen, einige können vererbt sein.
Kurzantwort
Krebs beginnt, wenn genetische Veränderungen dazu führen, dass Zellen ungewöhnlich wachsen oder sich verhalten. Manche Veränderungen stehen mit Tabakrauch, UV-Strahlung oder bestimmten Infektionen in Verbindung; andere können vererbt sein. Bei einem einzelnen Krebsfall lässt sich meist keine einzige Ursache bestimmen.

Was wir wissen
Höheres Alter, Tabak, Alkohol, ultraviolette und ionisierende Strahlung, bestimmte Infektionen, Übergewicht sowie einige Umwelt- oder Arbeitsplatzbelastungen sind mit einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten verbunden.
Was nicht bestimmt werden kann
Ein Risikofaktor allein erklärt nicht, warum eine bestimmte Person Krebs entwickelt hat, und viele exponierte Menschen entwickeln niemals Krebs. Krebs kann auch ohne einen offensichtlichen bekannten Risikofaktor auftreten.
Was zeigen die Studien insgesamt?
Zusammengenommen zeigen die Studien ein konsistentes Bild: Krebs hat nicht eine einzige allgemeingültige Ursache. Bevölkerungsanalysen zeigen, dass Tabak, Alkohol, bestimmte Infektionen, Übergewicht, UV-Strahlung und weitere etablierte Expositionen einen erheblichen Anteil der Krebsbelastung erklären, wobei sich ihr Beitrag je nach Krebsart und Bevölkerung unterscheidet. Diese Schätzungen beschreiben Gruppen und keine einzelnen Patientinnen oder Patienten und können daher meist nicht die eine Ursache eines individuellen Krebsfalls bestimmen. Auch vererbte genetische Veränderungen und Veränderungen, die bei der Zellteilung entstehen, tragen zur Krebsentstehung bei.
Was bedeutet das für Sie?
Hilfreicher als die Suche nach einer einzigen Ursache ist meist die Frage, welche bekannten Risiken sich verringern lassen und welche Präventions- oder Früherkennungsmaßnahmen unter Berücksichtigung von Alter, Familiengeschichte, Gesundheitszustand und anerkannten medizinischen Empfehlungen sinnvoll sind.
Was zeigen die Studien?
Originalquellen: Jede unten aufgeführte Studie ist über einen beschreibenden Titel mit ihrem Originaleintrag verknüpft.
Studie 1: Globale und regionale Krebsbelastung durch veränderbare Risiken — Daten 2022
- Was wurde untersucht?
- Die Forschenden nutzten GLOBOCAN-Daten zu 36 Krebsarten in 185 Ländern und bewerteten 30 veränderbare Faktoren, darunter Rauchen, Alkohol, Übergewicht, Infektionen, UV-Strahlung, Luftverschmutzung und berufliche Expositionen.
- Was wurde gefunden?
- Etwa 7,1 Millionen von 18,7 Millionen neuen Krebsfällen weltweit im Jahr 2022 wurden den 30 gemessenen Faktoren zugerechnet; Rauchen, Infektionen und Alkohol gehörten zu den wichtigsten Beiträgen.
- Welche Grenzen gibt es?
- Der Anteil hängt von ausgewählten Risiken, geschätzten früheren Expositionen und großen Unterschieden zwischen Ländern, Geschlechtern und Krebsarten ab. Er ist kein persönlicher Risikowert.
- Was lässt sich daraus ableiten?
- Sehr breite aktuelle Evidenz für die Bedeutung veränderbarer Risiken in der Bevölkerungsprävention bei fortbestehenden Modellierungsgrenzen.
Studie 2: Globale Krebsbelastung durch Risikofaktoren — GBD 2019
- Was wurde untersucht?
- Eine weltweite systematische Analyse schätzte Krebstodesfälle und Gesundheitsverluste, die verhaltensbezogenen, Umwelt-, Berufs- und Stoffwechselrisiken zugerechnet werden können.
- Was wurde gefunden?
- Rund 4,45 Millionen Krebstodesfälle im Jahr 2019 wurden den untersuchten Risikofaktoren zugerechnet; Rauchen leistete den größten Einzelbeitrag.
- Welche Grenzen gibt es?
- Es handelt sich um populationsbezogene, teilweise modellierte Schätzungen. Sie können nicht die Ursache einer Krebserkrankung bei einer einzelnen Person bestimmen.
- Was lässt sich daraus ableiten?
- Starke Bevölkerungsdaten zeigen, dass etablierte Risikofaktoren erheblich zur Krebsbelastung beitragen, ohne individuelle Ursachen zuzuweisen.
Studie 3: Krebs durch veränderbare Risikofaktoren — Fahrplan für die Prävention
- Was wurde untersucht?
- Die Übersicht betrachtete Evidenz zu Tabak, beruflichen Belastungen, Infektionen, Luftverschmutzung, Alkohol, Ernährung und Adipositas sowie die epidemiologische Schätzung vermeidbarer Anteile.
- Was wurde gefunden?
- Sie kommt zu dem Schluss, dass bekannte veränderbare Faktoren einen wichtigen Teil der Krebsbelastung erklären und Prävention Fälle verhindern kann, während das Wissen über vermeidbare Ursachen unvollständig bleibt.
- Welche Grenzen gibt es?
- Es handelt sich um eine interpretierende Übersicht und nicht um eine neue Meta-Analyse mit einem einzelnen Risikowert; ihre Stärke liegt in der Gesamtschau, nicht in individueller Vorhersage.
- Was lässt sich daraus ableiten?
- Starke Unterstützung für das Gesamtbild: Krebs hat mehrere Ursachen, Prävention ist teilweise möglich, und nicht jedem individuellen Fall kann eine einzelne Ursache zugeordnet werden.
Studie 4: Globale Krebsbelastung durch Infektionen im Jahr 2018
- Was wurde untersucht?
- Mit GLOBOCAN-2018-Daten schätzten Forschende Krebsfälle, die zehn als humankarzinogen eingestuften Infektionserregern zugerechnet werden können.
- Was wurde gefunden?
- Etwa 2,2 Millionen Krebsfälle im Jahr 2018 wurden Infektionen zugerechnet; H. pylori, HPV sowie Hepatitis B und C waren wichtige Beiträge.
- Welche Grenzen gibt es?
- Die Analyse betrifft nur infektionsbedingte Krebserkrankungen und erklärt andere Krebsursachen nicht; zudem unterscheidet sich die Belastung stark zwischen Regionen.
- Was lässt sich daraus ableiten?
- Starke Evidenz dafür, dass bestimmte Infektionen vermeidbare Ursachen eines wichtigen Anteils der weltweiten Krebsbelastung sind.
Studie 5: Body-Mass-Index und Krebsrisiko — Umbrella-Review von Meta-Analysen
- Was wurde untersucht?
- Die Übersicht fasste 18 systematische Reviews und Meta-Analysen zu Body-Mass-Index und verschiedenen Krebsarten zusammen, einschließlich Dosis-Wirkungs-Daten.
- Was wurde gefunden?
- Adipositas war mit einer höheren Häufigkeit mehrerer Krebsarten verbunden, darunter Nieren-, Endometrium-, Speiseröhren-, Darm-, Leber- und Gallenblasenkrebs.
- Welche Grenzen gibt es?
- Die meisten zugrunde liegenden Daten sind beobachtend und können durch Störfaktoren sowie unterschiedliche Definitionen und Nachbeobachtung beeinflusst werden.
- Was lässt sich daraus ableiten?
- Gute zusammenfassende Evidenz dafür, dass Übergewicht ein etablierter Risikofaktor für mehrere, aber nicht alle Krebsarten ist.
Allgemeine institutionelle Quellen
Anhaltende Beschwerden oder Sorgen über das persönliche Risiko sollten mit qualifiziertem medizinischem Fachpersonal besprochen werden. Diese Seite kann weder eine individuelle Diagnose stellen noch ein persönliches Risikoniveau bestimmen.
Redaktionelle Prüfung
Das Team des Reffaq Krebs-Magazins hat diese Seite anhand offizieller Gesundheitsquellen und zur Frage passender Originalstudien erstellt. Das Datum der Quellenprüfung steht auf der Seite; wenn eine qualifizierte medizinische Fachperson den Inhalt prüft, nennen wir Name und Funktion transparent.